Wenn der Reifenhändler das so sagt, dann ist das schon in Ordnung.
Die Reifenhersteller geben zu ihren verschiedenen Konstruktionen passende Unterlagen als "Entscheidungshilfe" heraus. Je nach Schaden und weiterem Verhalten des Reifen kann eine Weiternutzung ohne weiteres möglich sein.
Nur sollte man als "Laie" niemals eine derartige Entscheidung selber treffen, da die individuelle Neigung eher nach eventuellen Kosten zu entscheiden, keine gute Voraussetzung ist.
Diesen Reifen vorne zu fahren ist auch sehr richtig. Diese Seal-Schicht ist eine extrem zähflüssige "Paste", die jetzt in dem Loch sitzt. Ein schlagartiger Luftverlust ist praktisch ausgeschlossen, weil diese Masse zumindest immer teilweise das Loch abdichtet.
Es ist aber ein sogenannter "schleichender Plattfuß" im Bereich des möglichen. Den bemerkt man vorn recht gut, bevor es tatsächlich gefährlich werden kann.
Da man ständig Lenkkorrekturen vornimmt, spürt man schon, dass das Fahrzeug "irgendwie weicher", wie auf Eiern oder wie auf Seife, "schmierig" auf Lenkbefehle reagiert. Nicht schön, aber völlig problemlos und kontrolliert zum Anhalten zu bekommen.
Hinten sieht das allerdings deutlich anders aus. Auf der Hinterachse ist deutlich weniger Gewicht, die im üblichen Fahrbetrieb notwendigen Seitenführungskräfte an den Hinterrädern nicht sonderlich hoch sind.
Dies zusammen mit der "formerhaltenden" Fliehkraft, da fällt ein schleichender Plattfuß erst wesentlich später, bei deutlich höherem Druckverlust auf.
Ärgerlich dabei wird es, wenn plötzlich hohe Seitenführungskräfte hinten benötigt werden, zB. bei einem Ausweichmanöver und exakt dann der bisher nicht aufgefallene Druckverlust diese Seitenführungskraft nicht mehr möglich macht - Abflug, unausweichlich und alles andere als kontrollierbar.
Was mich allerdings etwas verwundert, ein 2009er CC verfügt doch über eine Druckverlustanzeige. Zumindest ist diese doch auch bei der Nutzung von RunFlat- und Seal-Bereifung zwingend vorgeschrieben.