Es gibt doch auch noch Benziner.
Eine mehrwöchige "falsche" Verwendung ist doch auch problemlos möglich. Die Regeneration passiert alle 600-800 Kilometer, da kann man eine ganze Weile sehr kurze Strecken fahren, aber irgendwann muss dann doch mal eine "längere" Strecke dabei sein.
Erst darüber hinaus wird es problematisch und man hat eindeutig zum falschen Motor gegriffen. Diese "längere" Strecke ist auch immer sehr relativ. Hier geht es um 15-20 Minuten bei betriebswarmen Motor und etwas erhöhter Drehzahl, also um die 2.000 Umdrehungen.
Bei geringerer Drehzahl (aber betriebswarm) dauert es eben etwas länger, bei reinem Stadtverkehr mit vielen Staus bis zu 30 Minuten, was eben auch Taxis in Großstädten problemlos schaffen. Dann wird über zwei oder drei Fahrten regeneriert. Tausende Taxis schaffen das problemlos, ohne irgendwelche zusätzlichen Fahrten durchzuführen und ohne dass dies zu tatsächlichen Problemen kommt.
Das grundsätzliche Problem der nicht ausreichenden Betriebstemperatur bei Kurzstrecken ist bei Benzinern ohnehin viel größer, und war es auch schon vor 30 Jahren mit "Primitiv-Technik".
Der Kraftstoffeintrag in das Motoröl ist in der Kaltlaufphase wegen der Anfettung erheblich größer als bei einem Diesel in der Regenerations-Phase.
Beim Benziner hat man den Vorteil, dass Benzin eine Verdunstungstemperatur von etwa 65°C hat und sich bei schon halbwegs warmen Motor dann anfängt aus dem Motoröl zu verdunsten - aber nicht bei 1,5 Kilometern Fahrtstrecke.
Das Problem mit dem Kondenswasser ist bei beiden Motortypen gleich.
Bei einem (alten) Benziner hat man den Vorteil, dass der durch sehr hohe energetische Verluste recht schnell warm wird. Also Temperaturen des Motoröls 65°C überschreiten und dann die Verdunstung einsetzt. Aber wird das nicht überschritten, dann hat man nach nicht mal 2 Wochen da auch nur noch eine Pampe aus Wasser und Benzin drin.
Das ist aber keine empfindliche oder unzulängliche Technik, das ist reine Physik, die schon vor der Erfindung des Zerknalltrieblings existierte und schon immer berücksichtigt werden musste oder mit Schäden bestraft wurde.
Was viele dabei vielleicht nicht bedenken, ist eben diese Physik:
Effizienz, also Sparsamkeit wird nur erreicht, in dem man die Abwärme reduziert. 30% weniger Kraftstoffverbrauch bedeutet 30% geringere (Ab-)Wärmemenge und damit 30% längere Fahrstrecke, bis der Motor ausreichend warm ist, um Kondensate verdunsten zu lassen.
Je weniger Kraftstoff verbrannt wird - zB. allein schon der Wechsel von einem Benziner zu einem Diesel reduziert die verbrannte Kraftstoffmenge und damit erzeugte Wärmemenge - um so größer werden diese "Probleme". Das ist aber ganz einfache Physik, liegt nicht an "empfindlicherer" Motorentechnik, sondern dem seit etwa 6 Milliarden Jahren existierenden Energieerhaltungssatz.
Kann man aber alles "überlisten", wenn Wärme fehlt, dann muss man einfach Wärme zufügen:
Eine Standheizung, die in der kühleren und kalten Jahreszeit den Motor auf Betriebstemperatur bringt und damit die Entfernung von Kondensaten bereits vor dem Motorstart beginnen lässt,
durch den bereits warmen Motor keine Kondensation von Kraftstoff an den Zylinderwänden und damit eine Ölverdünnung und das Abwaschen des Ölfilms mehr vorhanden ist,
durch den bereits warmen Motor ab dem Motorstart eine abge- oder unterbrochene Regeneration weiter laufen lässt und man nicht in die Falle läuft, dass eine bereits notwendige Regeneration überhaupt nicht startet, weil die Kiste aufgrund der geringen Fahrtstrecke nicht mal ausreichend warm wird.
Gut, bequemere Alternative ist natürlich das Nichtnachdenken über Dinge, die man im Physikunterricht der 9.Klasse vorgetragen bekommen hat und über die Fahrzeughersteller zu schimpfen - und wenn man schon dabei ist, dann auch gleich noch viel sparsamere Motore einfordert.