Meine persönliche Meinung:
Zu den gestellten Bedingungen
- Automatikgetriebe halte ich für entbehrlich. Bis auf wenige Ausnahmen erhöht sich dadurch der Verbrauch um mindestens 1,5 Liter/100 km.
Eine Automatik macht das Fahrzeug durch die fehlende "Arbeit" der Schalterei zwar bequem, da es sich hier um ein Langstreckenfahrzeug mit hauptsächlich Autobahnbetrieb handelt, fällt ohnehin nicht viel "Arbeit" an, die man sich mit Automatik dann spart.
Ich sehe da eher keine unbedingte Notwendigkeit, etwa 500 Euro beim (Gebraucht)-Fahrzeugpreis und etwa 2,50 Euro/100 km - das sind bei dem Fahrprofil etwa 125 Euro/Monat - zusätzlich auszugeben, um sich eine eher kaum vorhandene "Arbeit" zu ersparen.
- Xenon sehe ich als unbedingt notwendig an.
Gerade außerhalb geschlossener Ortschaften ist gutes Licht durch nichts anderes zu ersetzen und das bietet nur Xenon. Hier wird viel und lange gefahren, da sollte auf Xenon niemals verzichtet werden.
Was den Verbrauch angeht, Xenon ist sparsamer als Halogenbeleuchtung, weil es einen 36% geringeren Stromverbrauch hat und damit auch 36% weniger Sprit benötigt (gegenüber Halogen, nicht auf den Gesamtverbrauch).
- Geschwindigkeit 160 - 200 km/h,
das solltest Du dir noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Bis etwa 130 km/h sind alle Fahrzeug halbwegs sparsam zu bewegen, aber alles, was danach kommt, saugt den Tank leer. Da sind dann auch Dieselmotore nicht mehr sonderlich im Vorteil zu Benzinern. Max. 2 Liter weniger, wenn überhaupt weniger - bei um die 16-22 Liter bei 200 km/h sind unerheblich.
Zu den bisher vorgeschlagenen Fahrzeugen - das halte ich für vollständig neben den Anforderungen und Bedingungen.
Die genannten Fahrzeuge sind 1,5 bis 2 Klassen höher als die nachgefragte "Grundgröße" eines Kompakten. Die Dinger sind alle deutlich schwerer und haben einen erheblich höheren Luftwiderstand als Golf und Co. Damit dann auch etwa 3 Liter Mehrverbrauch bei dem vorhandenen Fahrprofil
Für die gleichen Fahrleistungen ist ein leistungsstärkerer Motor notwendig, der über die reinen Fixkosten für Steuer und Versicherung schon im Stand einiges an Mehrausgaben produziert.
Kosten für Wartungen / Inspektionen, wie auch Reparaturen zB. an Verschleiß- und Ersatzteilen sind spürbar höher. Bei der Kilometerleistung sind doch schon 2-3 Inspektionen pro Jahr notwendig.
Kombi ist mir überhaupt nicht nachvollziehbar,
wer mit einem nicht mal durchschnittlichen Kompaktklasse-Kofferraum eines VW Golf auskommt, benötigt ganz sicher keinen Kombi der oberen Mittelklasse.
Ein Kombi hat immer ein höheres Gewicht und einen schlechteren Luftwiderstand als die "baugleiche" Limousine, das erhöht den Spritverbrauch.
Ein Kombi ist immer spürbar unkomfortabler als die Limousine. Wegen der Lademöglichkeit ist die Federung/Dämpfung hinten härter ausgelegt, durch die weniger windschlüpfigere Bauform sind die Windgeräusche höher, durch fehlende Isolierung zum Kofferraum und die Anordnung der Hinterachse innerhalb des Innenraums sind die Fahrgeräusche im Innenraum höher.
Schlechteren Fahrkomfort bei höherem Spritverbrauch ohne jeden vorhandenen, ausgleichenden Vorteil sind eher fraglich als empfehlenswert.
- Die vorgeschlagenen Fahrzeuge sind alle im Neupreis erheblich teurer - etwa Faktor 3 - als die nachgefragte und von der Nutzung ausreichende Kompaktklasse.
Bedeutet automatisch, dass derartiges erheblich älter und wesentlich höherem Kilometerstand ist, um im gegebenen Budget zu bleiben.
Eine Kompaktklasse ist bei dem Wunschpreis und Ausstattung etwa 2,5 Jahre alt und hat um die 30.000 km runter - wenn überhaupt.
Ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse liegt bei dem Budget bei 6-7 Jahre ab etwa 100.000 km Laufleistung und entsprechender "Vorschädigung" allein durch den bisherigen Verschleiß.
Wenn die Kompaktklasse vom Platzangebot ausreicht, dann auch einen nehmen, alles andere kostet in mehrfacher Hinsicht nur "unnötig" Geld.
So als besonders herauszustellen:
Die Golf-Derivate wie Audi A3 - eher nicht, entspricht dem Golf und damit die gleiche Zuverlässigkeit, ist schwerer als der Golf (Mehrverbrauch) ist um einiges "sportlicher" abgestimmt, was eher nicht einem Langstreckenkomfort entspricht, ist teurer als der Golf und hat ausschließlich irgendwelche teuer zu bezahlenden Imagevorteile. Da kann man gleich den Golf nehmen.
Seat Leon hat Golf-Technik, ist aber deutlich billiger als das Original, hier wäre sogar für das Budget ein praktisch neuwertiger Vorführwagen drin.
Opel Astra wäre ein ganz heißer Kandidat, da durch die Ablösung mit dem Nachfolger noch "Alt"-Fahrzeuge mit Tageszulassung herumstehen und ein praktisch "fabrikneues" Fahrzeug zu bekommen ist.
Sogar noch besser der Astra GTC, also das 3türige Coupe. Der wird im März 11 abgelöst, die Produktion läuft aus, die letzten Modelle werden jetzt praktisch hinterher geschmissen und es gibt "lebenslängliche" Garantie.
(Es mag zwar nicht "lebenslänglich" sein, aber es ist doch nicht schlecht sondern erheblich besser, als was die Anderen so garantieren).
Dann wäre da der Ford Focus, der wird auch im März abgelöst, die Produktion des Neuen ist letzte Woche angelaufen, da hauen die Händler auch die Lagerbestände raus, dann noch mit Tageszulassung oder als Vorführwagen zu Preisen, dass man das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommt.
Ansonsten wäre noch Mazda3 oder Toyota Auris zu nennen, auch hier sind erhebliche Schnäppchen zu machen, weil diese Fahrzeuge kaum nachgefragt sind und hoch subventioniert werden.
Was sich (bei vielen Herstellern) auf sehr junge Gebrauchte mit dann auch noch langer Herstellergarantie (Ausstellungsfahrzeuge, Vorführfahrzeuge, "Geschäftsfahrzeuge", ...) massiv durchschlägt.