Auf der Suche nach einem günstigen Winterauto war ich bislang bei Subaru fündig geworden und wurde auch nicht enttäuscht. Allerdings sollte es auch mal wieder etwas neues sein und daher fiel bei der Suche die Wahl auf Audi, natürlich mit Allradantrieb. Da die Audi 80, A4 und A6 relativ teuer gehandelt werden, wurde zum Spaß mal beim A8 geschaut. Dabei fiel mir ein 1997er A8 2,8 quattro mit Automatikgetriebe ins Auge. Das Auto war erste Hand, scheckheft durchgängig bei Audi (bis 2013) und als ich ihn 2013 kaufte, hatte er 123.000 km auf dem Tacho. Ich wählte bewusst ein Fahrzeug mit Stoffsitzen, da diese im Winter angenehmer sind, wobei das Auto auch Sitzheizung hat, die sehr schnell anspricht.
Im Vergleich zu einem BMW 728i (Baureihe e38 mit 193 PS), den ich bereits davor als Sommerfahrzeug fuhr (bevor ich auf einen 740i) umstieg, ist der Audi A8 mit dem 2,8 V6 und 193 PS spritziger zu fahren und wirkt weniger angestrengt. Bezüglich der Laufkultur ist der V6 des Audi (oder der Auspuff) im Teillastbereich etwas sonorer im Klang, was aber nicht störend wirkt. Vom Verbrauch her liegen Audi A8 und BMW 728i nahezu identisch (bei meinem Fahrprofil) zwischen 9,5 und 12l/100km, wobei der Audi noch den Allrad schleppen und antreiben muss. Darüber hinaus konnte ich feststellen, dass der A8-Innenraum größer ist als im BMW 7er (e38). Selbst bei sehr entspannter Sitzeinstellung (1,87 m) des Fahrers, müssen sich die hinteren Insassen nicht einschränken, was beim BMW der Fall ist. Ergonomisch sind sowohl Audi A8 als auch BMW 7er im Alter absolut top, wenngleich manche Spielereien wie Navi oder Telefon natürlich etwas antiquiert wirken.
Bezüglich des Fahrkomforts ist der Audi A8 im Vergleich zum BMW 7er (e38) sportlicher und straffer abgestimmt und lässt seine Insassen nicht im Unklaren über die Fahrbahnbeschaffenheit. Allerdings klappert und scheppert auch nach 16 Jahren absolut nichts und man fühlt sich nach dem statten Schließen der Türen wie in einer Burg. Zudem macht die Vorderachse des Audi einen solideren Eindruck als bei BMW, der im Alter seinen Besitzer doch mit klappern und zitterndem Lenkrad nerven kann.
In diversen Foren ist zu lesen, dass das Automatikgetriebe zu den Schwachstellen des A8 gehören soll. Ich kann das bisher nicht bestätigen. Es kommt sicher auch immer darauf an wie man sein Fahrzeug bewegt und ob man ihm regelmäßig eine Getriebeölspülung bzw. einen Getriebeölwechsel spendiert. Bei mir schaltet der Automat butterweich und schließt sehr früh (bereits zwischen 50 und 60 km/h) die Wandlerüberbrückungskupplung (kannte ich bis dato nicht von anderen Fahrzeugen), was dazu führt, dass man auch in Ortschaften oder auf der Landstraße immer im höchsten Gang und damit spirtsparend und drehzahlsenkend unterwegs ist.
Doch selbst wenn einmal der Gau eintreten und das Getriebe den Geist aufgeben sollte - es gibt inzwischen genug Ersatzteile für den A8 auf dem Gebrauchtmarkt die günstig zu beziehen sind. Denn grundsätzlich macht der A8 einen sehr robusten und langlebigen Eindruck, so dass sich auch eine Getrieberepartur lohnen würde. Dank der Alukarosse sucht man Rost vergeblich und muss nicht so dauerhaft und sorgsam hinterher sein wie beim 7er-BMW oder einer Mercedes S-Klasse. Hin und wieder kann es aber auch beim A8 an Kanten (unter Zierleisten oder am Schiebedach) zur Oxisation des Alus kommen, die dann Blasen unter dem Lack wirft. Das ist optisch unschön, aber bei Weitem nicht so dramatisch als würde dort eine Blechkarosse rosten.
Grundsätzlich bin ich unterm Strich sehr zufrieden mit dem "alten" A8 der Baureihe D2/4D. Das Auto ist vom Unterhalt sehr günstig zu fahren, mechanisch teilweise selbst zu reparieren, hat noch relativ wenig Elektronik und macht selbst im Alter dank seiner Linienführung keine schlechte Figur. Natürlich braucht er mehr Sprit als ein aktueller Kleinwagen, doch in Anbetracht des günstigen Anschaffungspreises, des überragenden Platzes, Komforts, des sehr überschaubaren Wertverlustes und der ausgezeichneten Sicherheit im Falle eines Unfalls, genieße ich jeden Meter mit dem Wagen und würde niemals gegen ein jüngeres Fahrzeug tauschen, das in der Anschaffung genauso teuer ist.